Dieser Artikel gibt allgemeine Informationen und ersetzt keine Rechtsberatung. Für rechtssichere Umsetzung empfehlen wir, einen auf IT-Recht spezialisierten Anwalt hinzuzuziehen.
Pflicht Nr. 1: DSGVO-konforme Datenschutzerklärung
Sobald Ihre App personenbezogene Daten verarbeitet — und das tut fast jede App (Name, E-Mail, IP-Adresse, Standort) — ist eine Datenschutzerklärung nach DSGVO Pflicht. Diese muss direkt in der App zugänglich sein, nicht nur auf der Website.
Die Datenschutzerklärung muss enthalten: welche Daten erhoben werden, warum (Rechtsgrundlage), wie lange sie gespeichert werden, ob Dritte Zugriff haben (z.B. Analytics-Anbieter), und wie Nutzer ihre Rechte (Auskunft, Löschung) ausüben können.
Pflicht Nr. 2: Impressumspflicht
Apps mit geschäftlichem Charakter brauchen ein Impressum mit vollständiger Anbieterkennzeichnung: Name, Adresse, Kontaktdaten, ggf. Handelsregisternummer, Umsatzsteuer-ID. Das Impressum muss leicht auffindbar und mit maximal zwei Klicks erreichbar sein.
Pflicht Nr. 3: Nutzungsbedingungen (AGB)
Rechtlich nicht immer zwingend, aber dringend empfohlen: Klare Nutzungsbedingungen regeln das Verhältnis zwischen App-Betreiber und Nutzer — Haftungsausschlüsse, erlaubte Nutzung, Kontoregeln, Kündigung.
Pflicht Nr. 4: Einwilligungen einholen
Für Cookies und Tracking, Push-Benachrichtigungen, Zugriff auf Kamera/Mikrofon/Standort — all das erfordert eine ausdrückliche Einwilligung des Nutzers. Diese muss freiwillig, informiert und vor der Datenverarbeitung erfolgen.
Pflicht Nr. 5: Datensparsamkeit
Die DSGVO schreibt vor, nur die Daten zu erheben, die tatsächlich notwendig sind. "Wir sammeln alles, vielleicht brauchen wir es mal" ist illegal. Jedes Datenelement braucht eine konkrete Begründung.
App-Store-spezifische Rechtspflichten
Apple App Store
Apple verlangt zwingend eine Datenschutzerklärung für alle Apps. Zusätzlich müssen "App Privacy Labels" (Nutrition Labels) ausgefüllt werden, die zeigen, welche Daten gesammelt werden. Bei Verstößen: Ablehnung oder Entfernung aus dem Store.
Google Play Store
Google verlangt seit 2022 ein Data Safety-Formular, das transparent darlegt, welche Nutzerdaten erhoben und wie sie verwendet werden. Kindgerichtete Apps unterliegen besonders strengen Regeln (COPPA).
Besondere Rechtsthemen
In-App-Käufe
Bei digitalen Käufen in Apps gelten EU-Verbraucherrechte: Widerrufsrecht, klare Preisangabe, kein Dark-Pattern-Design. Abonnements müssen klar kommuniziert und kündbar sein.
Minderjährige Nutzer
Apps für Kinder unter 16 Jahren dürfen ohne Einwilligung der Eltern keine personenbezogenen Daten verarbeiten. Besondere Sorgfalt bei Werbung und In-App-Käufen.
Barrierefreiheit (ab 2025 Pflicht)
Seit dem European Accessibility Act sind digitale Produkte verpflichtet, barrierefrei zu sein — das betrifft auch Apps. Screenreader-Unterstützung, ausreichende Kontraste, alternative Texte.