Dieser Artikel gibt allgemeine Orientierung und ersetzt keine Rechtsberatung. Für abmahnsichere Umsetzung empfehlen wir einen IT-Rechtsanwalt oder einen spezialisierten Dienst wie eRecht24.
Pflicht 1: Impressum (§ 5 TMG)
Jede geschäftsmäßig betriebene Website in Deutschland braucht ein rechtssicheres Impressum. Das gilt auch für Blogs, Social-Media-Seiten und kostenlose Angebote. Das Impressum muss leicht erkennbar, unmittelbar erreichbar und ständig verfügbar sein.
Pflichtangaben im Impressum: vollständiger Name / Firmenname, vollständige Adresse (kein Postfach), E-Mail-Adresse, bei GmbH/AG: Handelsregisternummer, USt-ID (falls vorhanden), bei reglementierten Berufen: Berufsbezeichnung und zuständige Kammer.
Pflicht 2: Datenschutzerklärung (DSGVO)
Jede Website, die personenbezogene Daten verarbeitet — und das tut jede Website mit Kontaktformular, Google Analytics, YouTube-Einbettung oder auch nur Server-Logs — braucht eine DSGVO-konforme Datenschutzerklärung.
Die Datenschutzerklärung muss informieren über: Verantwortlicher, welche Daten erhoben werden, warum (Rechtsgrundlage), Speicherdauer, Drittanbieter (Google, Facebook, etc.), Nutzerrechte (Auskunft, Löschung, Widerspruch).
Pflicht 3: Cookie-Banner
Nicht-technisch notwendige Cookies (z.B. Google Analytics, Facebook Pixel, YouTube-Embeds) dürfen erst nach aktiver Einwilligung gesetzt werden. Ein vorangehakter Cookie-Banner, der keine echte Ablehnung erlaubt, ist illegal. Konformes Cookie-Consent-Management ist Pflicht.
Pflicht 4: AGB (bei E-Commerce)
Wer Produkte oder Dienstleistungen online verkauft, braucht AGB. Diese müssen vor dem Kauf klar zugänglich sein und Informationen zu Widerrufsrecht, Lieferbedingungen, Zahlungsarten und Gewährleistung enthalten.
Pflicht 5: Barrierefreiheit (ab 2025)
Der European Accessibility Act verpflichtet seit Juni 2025 kommerzielle Websites zur Barrierefreiheit nach WCAG 2.1 Level AA. Ausreichende Kontraste, Tastaturbedienbarkeit, Alt-Texte für Bilder, Screenreader-Kompatibilität.
Häufige Abmahnfallen auf Websites
- Fehlendes oder unvollständiges Impressum
- Google Fonts lokal nicht eingebunden (Datenschutz)
- Google Analytics ohne Einwilligung aktiv
- YouTube-Videos ohne DSGVO-konformen Zwei-Klick-Einbindung
- Kontaktformular ohne Datenschutzhinweis
- Falsches oder fehlendes Widerrufsrecht im Online-Shop
- Fehlende Preisangaben (Bruttopreise müssen angegeben werden)